5. meetING

21.11.2018


In den Medien wird seit Jahren über die Energiewende berichtet. Vor allem von den zahlreichen Problemen, die diese mit sich bringt, ist dort zu lesen. Dies nahm die Ingenieurkammer des Saarlandes zum Anlass, bei der 5. Auflage ihres meetINGs der Frage nachzugehen, wo wir in Deutschland eigentlich stehen. Welche Herausforderungen müssen (noch) gemeistert werden und welche Lösungsansätze gibt es?

Hierzu hatte die Ingenieurkammer als Referenten den technischen Vorstand der VSE AG, Dr.-Ing. Gabriël Clemens, eingeladen.

In seinen einführenden Worten wies Ingenieurkammer-Präsident, Dr.-Ing. Frank Rogmann, darauf hin, dass nicht nur der Ausbau und die volatile Erzeugung der erneuerbaren Energien die Netze vor große Herausforderungen stellen, sondern auch das Verbraucherverhalten. Zum Beispiel warnen verschiedene Studien bereits davor, dass eine steigende Anzahl an Elektroautos zu massiven Engpässen in den Verteilernetzen führen könnte.

Dies bestätigte auch Dr. Clemens: „Innovative Lösungen werden das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger ändern.“ In seinem Vortrag brachte er aber auch noch andere Herausforderungen zur Sprache, denen die Netze ausgesetzt sind. Im Unterschied zu früher wird das zukünftige Energiesystem dezentral geprägt sein, auf Erneuerbaren Energien basieren und digitale Organisation auf regionaler Ebene erfordern. „Die Transformation hin zu erneuerbaren Energien, die steigende Bedeutung der Elektro-Mobilität und Energieeffizienz sowie die Anwendungsoptionen von Smart Grids verändern nicht nur bewährte Strategien, Wertschöpfungsketten und Geschäftsprozesse, sondern auch die künftigen Anforderungen an das Personal und das Personalmanagement“, gab Dr. Clemens zu bedenken. Insofern spiele auch der Fachkräftemangel bei der Bewältigung der Energiewende eine entscheidende Rolle.

Zudem müsse der sichere Betrieb der Netze gewährleistet sein – Stichwort Cyberkriminalität. Und zu allem muss die Energiewende auch noch bezahlbar sein. Auch die zahlreichen Gesetze und Verordnungen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene beeinflussen die Energiewirtschaft.

Für die Vielzahl an Herausforderungen, gebe es aber auch Lösungsmöglichkeiten, wie Dr. Clemens weiter ausführte. So ermögliche eine Spitzenkappung eine Flexibilisierung des Netzausbaus, denn die Auslegung auf 100% Einspeisung wäre zu teuer. Die dann erforderliche Flexibilitätssteuerung müsse dann aber auch sowohl Netz- als auch Marktinteressen angemessen berücksichtigen. Außerdem könnten leistungsstarke Speicher einen wichtigen Beitrag leisten, dazu müssten diese allerdings billiger werden.

Zusammenfassend kam Dr. Clemens zu dem Ergebnis: „Die Bewältigung der Herausforderungen der Energiewende ist nur durch stabile Verhältnisse möglich.“ Deshalb appellierte er an die Politik, die Gültigkeit der Vergütungssysteme in den regulierten Bereichen über lange Zeiträume festzuschreiben, um Planungssicherheit für Investoren zu schaffen. Deutschland solle weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen, dabei aber nicht aus den Augen verlieren, dass die Energiewende auch eine europäische Aufgabe ist. Andererseits könne die Energiewende nur gelingen, wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung da ist.

Die Ausführungen von Dr. Clemens stießen bei den Gästen des meetINGs auf offene Ohren und regten zu intensiven Nachfragen an. Auch beim anschließenden Aperitif wurde zu dem Thema an allen Tischen weiter lebhaft diskutiert.

Das meetING, das in diesem Jahr zum fünften Mal stattfand, stellt eine Plattform für den regelmäßigen Austausch zwischen Ingenieuren, der Politik, den Hochschulen sowie der Wirtschaft und der Verwaltung dar. Die anwesenden Kammermitglieder nutzten die sich bietende Gelegenheit zum persönlichen Austausch. In den kommenden Jahren sollen weitere Ingenieurthemen, im Mittelpunkt des meetING stehen.

 

 

Blick in die Runde

 

Präsident Rogmann (r.) begrüßt den Referenten des Abends, Dr. Gabriël Clemens (VSE AG)

 

Minister Peter Strobel, die CDU-Landtagsabgeordnete Ruth Meyer und SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Pauluhn

 

Präsident Rogmann (l.) begrüßte den Staatssekretär im Umweltministerium, Roland Krämer

 

Interessierte Nachfragen gab es einige, u.a. auch von Kammermitglied Stefan Groß, Prüfingenieur für elektrische Anlagen und Einrichtungen

 

Präsident Rogmann und Thiemo Burgard, Direktor des Landesamtes für Umweltschutz hatten noch Nachfragen bei Dr. Clemens

 

Christine Mörgen, Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer, nutzte die Gelegenheit zum Austausch mit Barbara Beckmann-Roh (SSGT) und Prof. Gudrun Djouahra

Der stellvertretende Vorsitzende der Fachgruppe IV, Bernd Wagner (2. v.r.) im Gespräch mit den Kammermitgliedern Elisabeth Lichti-ack, Frank Kripfgans, Gisbert Schreiner und Steffen Keinath (v.l.n.r.)

Jörg Welter, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neunkirchen, und Präsident Rogmann (v.l.n.r.)

Auch der Vizepräsident der Architektenkammer des Saarlandes, Jens UFKW Stahnke, war zu Gast

Die Teilnehmer, unter ihnen Ruth Meyer (CDU) und Minister Peter Strobel (r.), folgten gespannt den Ausführungen des Referenten.

Sichtlich gute Laune hatten auch Dr. Helmut Schweer (Ministerium für Inneres, Bauen und Sport), Stefan Pauluhn (SPD) und der Vizepräsident der Ingenieurkammer Franz-Josef Weber (v. l. n. r.)

Prof. Gudrun Djouahra (htw saar) nutzte die Gelegenheit zum Austausch mit Minister Peter Strobel

Auch Stefan Drees, Vertreter des BDB Saarland, (r.) hatte noch ein paar Fragen

Der Vorsitzende der Fachgruppe V und Vorsitzende des VBI Saarland, Jörgen Kopper (r.) im Gespräch mit den Kammermitgliedern Christoph Dumont und Peter Schweitzer (v.l.n.r.)

Präsident Rogmann heißt Peter Schwarz vom Regionalverband Saarbrücken willkommen.

Auch Vorstandsmitglied Christine Mörgen nutzte die Gelegenheit zum Fragenstellen.

Prof. Christian Lang (htw saar), Elisabeth Lichti-Wack und Prof. Günter Schmidt-Gönner nutzten die Veranstaltung auch zum fachlichen Austausch.

Gefragter Gesprächspartner: Dr. Clemens im fachlichen Austausch mit Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Groß und Stefan Groß (v.r.n.l.)

Klaus-Dieter Groß und Franz-Josef Weber begrüßen Dr. Ingrid Madert-Groß, Vorsitzende Richterin am Landgericht und Vorsitzende des Ehrenausschusses der Ingenieurkammer

Daumen hoch auf eine gelungene Veranstaltung: Knut Schmitt, Aaron Mörgen, Christine Mörgen, Barbara Beckmann-Roh und Hennes Flörchinger

 

Fotos: Wolfgang Klauke

 

Die Ingenieurkammer dankt an dieser Stelle nochmals allen Gästen und Kammermitgliedern für ein gelungenes 5. meetING und freut sich schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.


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